Moderne Unterrichtsmethoden, zeitgemäße Schulorganisation und innovatives Lernen und Lehren sollen in Sachsens Schulen verstärkt Einzug halten. Neben neuen pädagogischen Ansätzen sollen dabei stärker die Möglichkeiten innovativer Bildungstechnologien, mobiler Computer und des Internets zum Einsatz kommen. Kultusministerium und TU Chemnitz Education (TUCed), An-Institut für Weiterbildung der Technischen Universität Chemnitz, starteten heute das Pilotprojekt „Klassenzimmer der Zukunft“.

„Hauptziel des Projektes ist es, den Einsatz von Tablets in Schulen zu erproben und wissenschaftlich zu begleiten und dabei gleichzeitig neue Lehr- und Lernkonzepte für den Unterricht zu entwickeln“, erklärte Kultusministerin Brunhild Kurth. Die Ministerin verspricht sich dadurch auch pädagogische Vorteile für Schüler wie auch für die Unterstützung laufender Initiativen zur Individualisierung von Unterricht oder auch zur Inklusion. „Mit der rasanten Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnologie müssen auch Schulen in der Vermittlung von Medienkompetenz Schritt halten und näher an die Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und auch von Eltern und Lehrern rücken“, so Brunhild Kurth. Der wissenschaftliche Leiter des Projektes, Prof. Dr. Christoph Igel ergänzte: „Intelligente Bildungsnetze haben das Potenzial, Kinder und Jugendliche mit individuell auf ihre Fähigkeiten, ihren Lernfortschritt und ihre Lernziele angepasste Inhalte zu unterstützen. Assistenzsysteme via Internet helfen im Klassenraum oder zu Hause, sich auf Prüfungen vorzubereiten, Unterrichtsinhalte zu vertiefen und zu üben oder bieten die Möglichkeit, mit Mitschülern sich auszutauschen und gemeinsam neue Dinge zu lernen. Wichtig ist dabei das medienpädagogisch Machbare und dessen nachhaltige Einbindung in die vielfältigen Formen der Schulentwicklung in Sachsen.“

Im Zentrum des Pilotprojektes steht die nachhaltige Nutzung von Bildungstechnologien, mobilen Computern sowie intelligenten Wissensdiensten in Schulen und deren Potenzial für neue Lehr- und Lernmethoden sowie Unterrichts- und Schulgestaltung. In einer ersten Projektphase sollen 20 Lehrkräfte aus Oberschulen und Gymnasien ab Mai in mehrstufigen Workshops fortgebildet werden. Dazu wurde an der TUCed ein mit modernen Bildungstechnologien und Internetanwendungen ausgestattetes „Klassenzimmer der Zukunft“ als sogenanntes Living Lab, einem Erfahrungs- und Erprobungsort für Schulen und Lehrer, eingerichtet. Hier sollen wissenschaftlich fundierte, technologische Angebote für einen dauerhaften, systemunabhängigen und für Schulträger ökonomisch sinnvollen Einsatz erprobt werden. Nach Qualifizierung werden die Lehrkräfte als Multiplikatoren an Schulen eingesetzt. Geplant ist, dass ab dem Schuljahr 2015/2016 in Absprache mit den Schulträgern erste Schulen mit Tablets und modernen Bildungstechnologien im Unterricht starten. Parallel dazu wird ein nationales Expertengremium mit namhaften Vertretern aus Wissenschaft, Schule, Kultusverwaltung und den kommunalen Spitzenverbänden berufen. Das Gremium soll noch in diesem Jahr Empfehlungen für innovatives Lehren und Lernen an Schulen in Sachsen vorlegen. Eine derartige Expertise gibt es derzeit noch nicht in Deutschland und wäre damit einzigartig.

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