„Wir wollen nicht den zweiten Schritt vor dem ersten gehen.“, begründet Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth die Berufung eines Expertengremiums, für die Unterstützung des Pilotprojektes „Klassenzimmer der Zukunft“. „Bevor Tablets an den Schulen eingesetzt werden, soll das Expertengremium zunächst einmal grundlegende Fragen klären“. Vom Schuljahr 2015/16 an sollen in Sachsen die ersten Schulen Tablet-Computer im Unterricht nutzen.

Wie sollen Tablets im Unterricht eingesetzt werden? Welche Unterrichtsmethoden und technische Unterstützung sind dazu notwendig? Wie sollen die neuen Bildungstechnologien und mobilen Computer finanziert werden? Welche datenschutz- und urheberrechtlichen Bestimmungen gilt es zu berücksichtigen? Das sind nur einige von vielen Fragen, zu denen das Expertengremium dem Kultusministerium bis zum Frühjahr kommenden Jahres wissenschaftliche Empfehlungen erarbeiten soll. Eine derartige Expertise gibt es derzeit noch nicht in Deutschland und wäre damit einzigartig.

Die Leiter der jeweiligen Themenschwerpunkte im Expertengremium sind:

  • Prof. Dr. Andreas Breiter, Universität Bremen, Institut für Informationsmanagement Bremen ifib, ist Leiter des Themenschwerpunktes Governance, Strategie, Innovationsmanagement, Schulorganisation.
  • Prof. Dr. Stefan Aufenanger, Universität Mainz ist Leiter des Themenschwerpunktes Inhalte, Unterricht, Lehren und Lernen, Qualitätsmanagement.
  • Prof. Dr. Dr. Klaus Peter Jantke, Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT, Erfurt, ist Leiter des Themenschwerpunktes E-Learning, Wissensdienste, Bildungsnetze und IT-Services.
  • Dr. Lutz P. Michel, Institut für Medien- und Kompetenzforschung MMB, Essen, ist Leiter des Themenschwerpunktes Betreiberkonzepte, Finanzierungskonzepte, Datenschutz, Recht.

Das Expertengremium wird von Prof. Dr. Christoph Igel, Projektleiter, Direktor und CEO des An-Instituts für Weiterbildung (TUCed) an der Technischen Universität Chemnitz und Direktor des Center for Learning Technology (CeLTech) im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), Berlin, geleitet.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte das Kultusministerium und TU Chemnitz education (TUCed), An-Institut für Weiterbildung an der Technischen Universität Chemnitz, das Pilotprojekt „Klassenzimmer der Zukunft“ gestartet. Dazu wurde in Chemnitz ein so genanntes Living Lab eingerichtet. Hauptziel des Projektes ist es, den Einsatz von Tablets in Schulen zu erproben und wissenschaftlich zu begleiten und dabei gleichzeitig neue Lehr- und Lernkonzepte für den Unterricht zu entwickeln. Im Zentrum steht die nachhaltige Nutzung von Bildungstechnologien, mobilen Computern sowie intelligenten Wissensdiensten in Schulen und deren Potenzial für neue Lehr- und Lernmethoden sowie Unterrichts- und Schulgestaltung.

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